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Weltflüchtlingstag am 20. Juni: Zahl der "Staatenlosen" steigt deutlich

Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag, ins Leben gerufen von den Vereinten Nationen. Der Tag ist den Millionen Menschen gewidmet, die vor Krieg, Verfolgung, Terror oder Naturkatastrophen fliehen mussten. Darunter sind über 10 Millionen so genannte "Staatenlose", deren Zahl weiter ansteigt. Oft verlieren sie im Krieg oder auf der Flucht ihre Papiere und auch Neugeborene werden nicht in jedem Land automatisch registriert. Im Service-Beitrag spricht Manuela Roßbach von Aktion-Deutschland-Hilft über die Hintergründe und warum jedem Menschen laut Völkerrecht ein Pass zusteht.

Länge: 1'36''   Autor: Andreas Suckel   Sprecher: Andreas Suckel

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<Anmoderationsvorschlag 1:>
Heute / morgen / am Donnerstag /am 20. Juni => ist Weltflüchtlingstag, ins Leben gerufen von den Vereinten Nationen. Der Tag ist den Millionen Menschen gewidmet, die vor Krieg, Verfolgung, Terror oder Naturkatastrophen fliehen mussten. Darunter sind über 10 Millionen so genannte "Staatenlose", deren Zahl weiter ansteigt. Oft verlieren sie im Krieg oder auf der Flucht ihre Papiere und auch Neugeborene werden nicht in jedem Land automatisch registriert. Ein Beitrag von Andreas Suckel:


<Sprecher:>
Alle zehn Minuten kommt ein staatenloses Kind zur Welt, dazu Manuela Roßbach von
Aktion Deutschland Hilft, einem Bündnis aus 13 humanitären Hilfsorganisationen:

<O-Ton Manuela Roßbach:>
Staatenlose Menschen sind quasi unsichtbar: Sie haben keinen Pass und damit auch keine Staatsbürgerschaft, in keinem Land. Sie befinden sich im "rechtsfreien Raum", haben keinen Zugang zum Arbeitsmarkt, erwerben oftmals keinen Schulabschluss, dürfen nicht wählen und können keine Sozialleistungen beziehen. Und das, obwohl eigentlich jeder das Recht auf einen Pass hat.

<Sprecher:>

Staatenlos wird man zum Beispiel durch die Wirren eines Krieges, so wie viele syrische Flüchtlinge:

<O-Ton Manuela Roßbach:>
Viele Syrer sind in das Nachbarland Libanon geflohen, ohne Pass oder Papiere. Ihre dort dann geborenen Kinder gelten als staatenlos, da sie nicht registriert werden können. Sie sind also weder Syrer noch Libanesen und haben nicht das Recht, zur Schule zu gehen oder vom Arzt behandelt zu werden. Die größte Gruppe von Staatenlosen bilden die Rohingya, fast eine Million Menschen leben in Flüchtlingslagern in Bangladesch.

<Sprecher:>

Die Zugehörigkeit zu einem Staat ist im Völkerrecht geregelt, doch es braucht sicher weltweite politische Lösungen, damit es in Zukunft keine Staatenlosen mehr gibt.

<O-Ton Manuela Roßbach:>
Bis dahin müssen wir staatenlosen Menschen genauso helfen, wie allen, die in humanitäre Not geraten sind. Die Hilfsorganisationen unseres Bündnisses bieten deshalb vielerorts Staatenlosen den Schutz, der ihnen in einigen Aufnahmeländern verwehrt wird. Hier geht es vor allem um ein Dach über dem Kopf, medizinische Versorgung, Trinkwasser und Lebensmittel. Genauso aber auch um Sanitäranlagen, Bildungsangebote und Arbeitsmöglichkeiten, um auf eigenen Beinen stehen zu können.

<Sprecher:>

Mehr Infos auf aktion-deutschland-hilft.de

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